Rechtsanwältin Monique Kretschmer

Strafhaft und Untersuchungshaft (U-Haft)

Wo liegen die Unterschiede zwischen Strafhaft und Untersuchungshaft? Wenn der Inhaftierung eine rechtskräftige Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung zu Grunde liegt, wird von Strafhaft gesprochen. Besteht hingegen gegen den inhaftierten lediglich der dringende Tatverdacht eine strafbare Handlung begangen zu haben, dann geht es um Untersuchungshaft. Bei der Strafhaft wird also ein rechtskräftiges Urteil vollstreckt, bei der Untersuchungshaft steht ein gerichtliches Verfahren mit einer möglichen Verurteilung hingegen erst noch bevor.

Untersuchungshaft

Ziel der Untersuchungshaft ist es, die Durchführung des gerichtlichen Strafverfahrens zu sichern. Weil eine Person bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung grundsätzlich als unschuldig gilt, verlangt die Untersuchungshaft von dem verdächtigen ein Sonderopfer zu Gunsten der Allgemeinheit ab. Voraussetzung der Untersuchungshaft ist, dass gegen den Beschuldigten eindringende Tatverdacht besteht und ein Haftgrund gegeben ist. Darüber hinaus muss die Untersuchungshaft hinsichtlich der Bedeutung der Sache und der zu erwartenden Strafe verhältnismäßig sein. Die Anordnung von Untersuchungshaft kommt daher bei Delikten, die wir Kleinkriminalität zuzuordnen sind, nicht in Betracht.

Die gesetzlichen Haftgründe sind Flucht und Fluchtgefahr, Wiederholungsgefahr und Verdunkelungsgefahr. Daneben bestehenden nach der Strafprozessordnung (§ 112 a StPO) weitere Haft-gründe, die an dieser Übung bestimmter Straftatbestände anknüpfen (Katalogstraftaten). Die Mehrzahl aller Haftbefehle wird wegen Fluchtgefahr erlassen und mit diesem Haftgrund begründet. Hier haben sie gute schossen auf die Aufhebung des Befehls. Mittels Haftprüfung gibt es hinreichende Erfolgsaussichten einer Untersuchungshaft, die wegen Fluchtgefahr angeordnet wurde, mit geeigneten Meldeauflagen aufzuheben oder außer Vollzug zu setzen.

Nach der Festnahme ist der Beschuldigte grundsätzlich unverzüglich, spätestens aber am nächsten Tag den zuständigen Richter vorzuführen. Aus Sicht des Strafverteidigers besteht gerade bei haftunerfahrenen Personen die Gefahr, dass sie vorschnell "auspacken" und "reinen Tisch" machen. Oft erklären sie sich vollends zur Sache, ohne dass ihm bekannt ist welche konkreten Beweise oder Anhaltspunkte die Ermittlungsbehörden haben. Bedenken Sie die möglichen Folgen allzu schneller Geständnisse. Was erst einmal in den Ermittlungsakten von Polizei und Staatsanwaltschaft ist, kann oft nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Vorschnelle Angaben oder gar Geständnisse werden in der Untersuchungshaft meist deshalb abgegeben, um eine zügige Entlassung zu erreichen. Damit ist aber meist nur ein Zwischensieg reicht. Es wurde nämlich nicht bedacht, dass diese Angaben in der späteren Hauptverhandlung erhebliche Auswirkungen auf das Strassmaß haben können. Eine unüberlegte Einlassung zur Sache kann unter Umständen zu einer Verurteilung zu einer mehrjährigen Haftstrafe führen, während dem verdächtigen Inhaftierten mit rechtsstaatlichen Mitteln lediglich ein wesentlich geringeres kriminelles Handeln nachweisbar gewesen wäre.

In solchen Fällen sollte daher unbedingt die Hilfe eines Strafverteidigers in Anspruch genommen werden. Wie in jedem Strafverfahren gilt: Machen Sie keine Angaben zur Sache ohne vorherige Rücksprache mit meiner Kanzlei.

Strafhaft

Die Strafvollstreckung und der damit zusammenhängende Strafvollzug in Deutschland verfolgt nicht das Ziel der reinen Verwahrung des datierten. Vielmehr soll der Gefangene resozialisiert werden, also in die Lage versetzt werden, künftig ein Leben in sozialer Verantwortung und ohne Straftaten zu führen.

Hierzu stellt das Gesetz mehrere unterschiedliche Möglichkeiten der Eingliederung des Gefangenen bereit. Ist der Verurteilte bereits im Strafvollzug, da geht es oft um die folgenden Fragestellungen:

  • offener Vollzug statt geschlossener Vollzug/Vollzugslockerungen
  • Ablehnung der unberechtigten Anordnung nachträgliche Sicherungsverwahrung
  • der Wirkung von Strafunterbrechungen aus besonderen Anlässen
  • Berücksichtigung von Besonderheiten bei Ausländern im Strafvollzug
  • erreichen der Zurückstellung von Strafvollstreckung zu Gunsten von Therapie
  • Bewirkung günstiger Regelungen in Bezug auf Besuchferngespräche etc.

Die Kanzlei Monique Kretschmer steht Ihnen und Ihren Angehörigen bei der Überprüfung und Durchsetzung der einzelnen Möglichkeiten zur Seite.  

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