Rechtsanwältin Monique Kretschmer

Nebenklage / Opferschutz

Wer Opfer einer Straftat wird, für den ist es oft unbefriedigend, wenn seine Mitwirkung in dem nachfolgenden Strafverfahren auf die Rolle des Zeugen beschränkt ist.

Daher hat der Gesetzgeber das Rechtsinstitut der Nebenklage eingeführt. Die Nebenklage bietet dem Opfer oder dessen nächsten Angehörigen die Möglichkeit eine aktive Rolle im Strafverfahren einzunehmen und zusammen und auf Seiten der Staatsanwaltschaft mit dieser tätig zu werden. Dem Nebenkläger stehen alle wichtigen Rechte im Hauptverfahren zu, die auch dem Angeklagten, seinem Verteidiger oder der Staatsanwaltschaft zustehen.

In vielen Fällen ist die Nebenklage für das Opfer kostenfrei, weil der Rechtsanwalt des Opfers über Prozesskostenhilfe direkt mit dem Staat abrechnet.

Vor allem bei Körperverletzungs-, Sexual- und Tötungsdelikten bietet die Nebenklage für das Opfer oder dessen Angehörige die Möglichkeit, sich Genugtuung zu verschaffen und die Tat besser verarbeiten zu können.

Allerdings ist die Nebenklage nicht bei allen Delikten zulässig. Sie ist hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, beschränkt auf:

  • Sexualstraftaten (sexueller Missbrauch, Vergewaltigung usw.)
  • Beleidigung, üble Nachrede usw.
  • Körperverletzung, Körperverletzung im Amt und Aussetzung
  • Menschenhandel, Entziehung Minderjähriger und Freiheitsberaubung
  • Nachstellung (Stalking)
  • Todschlag oder Mord

 

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