Rechtsanwältin Monique Kretschmer

Durchsuchung

Richtiges Verhalten bei Durchsuchung

Die Ermittlungsbehörden (Staatsanwaltschaft, Polizei) haben das Recht, ein Büro, eine Wohnung oder ein Fahrzeug zu durchsuchen, wenn sie dort Beweismittel vermuten, die in einem Ermittlungsverfahrens von Bedeutung sein könnten. Durchsuchungen können beim Beschuldigten, aber auch bei jedem Unbeteiligten, z.B. Verwandten und Bekannten, vorgenommen werden. Jeder kann Ziel einer Durchsuchung werden. Vor allem in Arztpraxen, Banken und Unternehmen nimmt die Zahl der Durchsuchungen immer weiter zu. Es ist wichtig, seine Rechte zu kennen und sich bei Durchsuchungen richtig zu verhalten.

Deshalb vorab:
Informieren Sie umgehend Ihre Rechtsanwältin!

Beachten Sie auch folgende Tipps: Download Tipps Durchsuchung

  1. Machen Sie keine Aussage zur Sache, ohne zuvor mit Ihrer Rechtsanwältin Rücksprache gehalten zu haben. Dies gilt auch für informelle Gespräche, denn alles was Sie sagen kann und wird gegen Sie verwendet werden. Ein Telefonat mit Ihrer Rechtsanwältin darf Ihnen nicht versagt werden! Sollte es Ihnen dennoch untersagt werden, wirken Sie darauf hin, dass dieser Umstand in das Durchsuchungsprotokoll aufgenommen wird. Bitten Sie die Ermittlungspersonen die Durchsuchung erst nach Eintreffen Ihres Rechtsanwalts zu beginnen.
  2. Eine Durchsuchung ist grundsätzlich nur aufgrund eines richterlichen Beschlusses möglich. Lassen Sie sich einen Durchsuchungsbeschluss aushändigen. Begründen die Beamten die Durchsuchung mit der Annahme von "Gefahr im Verzug", lassen Sie sich die Gründe hierfür nennen und notieren Sie diese für eine spätere Überprüfbarkeit.
  3. Möglichkeiten, sich gegen die Durchsuchung zur Wehr zu setzen, bestehen nicht. Sie muss geduldet werden.
  4. Es kann sinnvoll sein, die gesuchten Gegenstände freiwillig herauszugeben, da dies die Durchsuchung abkürzt und der mögliche Vorteil besteht, dass keine "Zufallsfunde" gemacht werden, die von den Ermittlungsbehörden als Anfangsverdacht weiterer Straftaten gedeutet werden. Dies sollte aber zuvor mit Ihrer Rechtsanwältin besprochen werden.
  5. Achten Sie darauf, dass Sie nicht den Anschein erwecken, Gegenstände oder Unterlagen verschwinden zu lassen. Dies könnte die Gefahr Ihrer Festnahme begründen.
  6. Sie haben als Hausrechtsinhaber das Recht, bei der Durchsuchung anwesend zu sein, soweit Sie die Durchsuchung nicht stören. Personen Ihres Vertrauens können zu der Durchsuchung hinzugezogen werden, soweit diese ebenfalls die Durchsuchung nicht stören. Im Störungsfall können die entsprechenden Personen bis zum Ende der Durchsuchung festgenommen werden.
  7. Nach Ende der Durchsuchung muss Ihnen ein Verzeichnis der sichergestellten Gegenstände ausgehändigt werden. Achten Sie darauf, dass dieses vollständig ist und die sichergestellten Gegenstände genau bezeichnet sind.
  8. Wurden sämtliche laut Durchsuchungsbeschluss gesuchten Gegenstände aufgefunden, darf die Durchsuchung nicht fortgesetzt werden. Wird dies dennoch getan und in der Folge Gegenstände sichergestellt, auf die sich die Durchsuchungsanordnung nicht bezieht, sollten Sie der Sicherstellung widersprechen.
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